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Ausgrabungsstätte Ses Païsses

Südöstlich von Artà befindet sich in der Region Llevant eine bedeutende archäologische Grabungsstätte. Die Ausgrabungsstätte Ses Païsses zählt zu den am besten erhaltenen Zeugnissen für die Megalithkultur auf Mallorca.  

Bei Ses Païsses handelt es sich um die Überreste einer eisenzeitlichen Siedlung, die der Talayot-Kultur zugerechnet wird. Diese Kultur war zwischen dem 13. und dem 2. vorchristlichen Jahrhundert im westlichen Mittelmeerraum verbreitet.  

In Ses Païsses wurden unter anderem die Reste eines turmartigen Gebäudes, Teile einer ehemaligen befestigten Straße, Siedlungsreste und eine doppelwandige Mauer freigelegt, die den Komplex einst umschloss.  

Die prähistorische Siedlung

Die prähistorische Talayot-Siedlung bei Artà erstreckt sich über eine Fläache von knapp 11.000 m². Sie hat einen nahezu elliptischen Grundriss und wurde Forschungen zufolge zwischen 1000 v. Chr. und dem Jahr 100 v. Chr. genutzt. Das Alter leiteten die Forscher aus archäologischen Funden ab, die im Inneren des Mauerringes und davor entdeckt wurden.  

Bei Ses Païsses handelt es sich um eine Megalithsiedlung, die sich ca. 400 m südöstlich des Stadtrandes von Artà befindet. Das Kernsiedlungsgebiet liegt auf einer Anhöhe, die von alten knorrigen Steineichen umgeben ist. Der Standort war gut gewählt, denn von der Hügelkuppe hatten die Bewohner einen erstklassigen Rundumblick.  

Unweit der Siedlung befindet sich ein Bachlauf, der den Wasserbedarf der Einwohner deckte. Zu erreichen ist Ses Païsses über eine schmale, asphaltierte Zufahrtsstraße, die an einem Kreisverkehr von der Hauptstraße MA-15 abzweigt. Dank der guten Beschilderung sollten Sie keine Schwierigkeiten haben, den Abzweig ausfindig zu machen.  

Doppelwandige Ringmauer als Schutz

Zwar ist die doppelwandige Ringmauer der Talayot-Siedlung Ses Païsses heute nur noch in Fragmenten erhalten, doch die Dimensionen lassen sich noch erahnen. Erbaut wurde die Ringmauer zwischen 650 und 540 v. Chr. Damals brachen immer wieder Konflikte zwischen benachbarten Familienclans aus, die den Bau einer Schutzanlage rechtfertigten. Die Ringmauer ist im Schnitt 3,60 m breit und bis zu 3,50 m hoch. Tonnenschwere Steine bilden das Fundament. In die Mauer sind drei Zugänge eingelassen. Wie bei vielen Megalithanlagen der Eisenzeit bestehen sie aus zwei gewaltigen, aufrecht stehenden Steinen, die als Pfosten dienten und einer Steinplatte als Türsturz.  

Steinturm im Zentrum

Das Zentrum der Siedlung bildete einst ein zylindrisch geformter Steinturm mit einem Durchmesser von 12 m. Zwei niedrige Gänge führen vom Inneren des Turmes in die angrenzenden Gebäude. Ob der Turm einst ein Dach trug, kann heute nicht mehr zuverlässig ermittelt werden. Der Turm, oder auch Talaiot, ist der älteste Gebäudeteil der Anlage. Forscher vermuten, dass er zu religiösen Zwecken genutzt wurde. Eine Nutzung als Wohnturm oder als Verteiudigungsanlage schließen die Archäologen aus. Rund um den zentralen Steinturm wurden im Verlauf der Jahrhunderte mehrere Gebäude errichtet, die heute nur noch als Ruinen erhalten sind.  

Gebäude und Straßenreste in der Siedlung

Mit dem Turm über einen Gang verbunden ist ein hufeisenförmiger Raum mit einer Größe von 132 m². Dort machten die Forscher zahlreiche Entdeckungen. Sie fanden verschiedene Feuerstellen mit verkokelten Knochenresten, Keramikscherben, Eisenwerkzeuge und eine Grabstätte. Vermutet wird, dass der große Raum von den Einwohnern gemeinschaftlich genutzt wurde.  

Am Rand der Siedlung befinden sich zwei Gebäude, deren Innenräume durch Wände aus Tonerde in mehrere einzelne Räume aufgeteilt wurden. Dort befinden sich die sichtbaren Überreste einer befestigten Straße, die durch eines der Tore nach draußen führte.  

Südlich des Steinturmes stehen die Mauerreste von weiteren Gebäuden mit einem rechteckigen Grundriss. Überrascht waren die Grabungsmitarbeiter, als bei einer näheren Untersuchung Artefakte aus der römischen Antike entdeckt wurden. Das Alter der römischen Lampe wurde auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert. Damit wäre sie knapp 300 Jahre nach dem Verlassen der Siedlung an diesen Ort gelangt. 

Ausstellung im Regionalmuseum von Artà

Wenn Sie eines der zahlreichen Ferienhäuser auf Mallorca im Gemeindegebiet von Artà als Unterkunft gemietet haben und sich für die Geschichte der Insel interessieren, dürfen Sie nicht einen Besuch des Regionalmuseums von Artà versäumen. Es befindet sich unmittelbar neben dem Rathaus und präsentiert die wichtigsten Fundstücke der Ausgrabungsstätte Ses Païsses. Gezeigt werden Tierknochen, Gegenstände aus Keramik und Bronzestatuen. Funde, die der Talayot-Epoche zugeordnet werden, sind in die zwei Bereiche „Religiöse Welt“ und „begräbniskultur“ gegliedert. Neben Talayot-Funden werden im Regionalmuseum auch Fundstücke aus der römischen Antike gezeigt. Neben Amphoren und Kriegerstatuen gehört ein Grabstein mit lateinischer Inschrift zur Sammlung des Museums.

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